Das GD-Kennzeichen und Kommunikation Part II

Geschrieben am 05.07.2010 von Lavinia in Gemeinderat, Stadtentwicklung 2 Kommentare

Heute morgen habe ich einen schnellen Blick auf die Homepage der Gmünder Tagespost geworfen und habe dort vier Kommentare der RedakteurInnen Michael Länge, Kuno Staudenmaier, Julia Trinkle und Jürgen Steck gefunden.
Und als ich dann auf meinem facebook-Account eine Einladung zu einer Gruppe Gebt uns unser GD Kennzeichen zurück!!!! erhielt, dachte ich im ersten Moment so, da läuft einiges in die falsche Richtung, erst später musste ich darüber schmunzeln.

Und genau deshalb will ich jetzt darüber schreiben.
Eines vorweg, ich möchte das Kfz-Nummernschild GD- nicht wieder zurück und den Altkreis Gmünd auch nicht wieder hergestellt haben.

Eine Umfrage zum Thema “Wiedereinführung von ortsbezogenen Kraftfahrzeug-Kennzeichen” der Hochschule Heilbronn (Artikel Rems-Zeitung) unter den Befragten hat einen Wert von 82 % BefürworterInnen hervor gebracht, aber dies ist meines Erachtens weniger repräsentativ, da die BürgerInnen über ein paar Stunden an einem Tag in einer Gmünder Fußgängerzone gefragt wurden. Über die bürokratischen Kosten der gesamten Aktion, sollte der Wunsch auch in der Kommunalpolitik auf offene Ohren stoßen, möchte ich in Zeiten einer der größten Wirtschafts- und Finanzkrisen, nicht reden.

Aber das ist meines Erachtens nicht das richtige Zeichen, unsere Stadt voran zu bringen. Es ist eher ein müdes Festhalten an nostalgischen Dingen. Kleinen Kindern wird ein verrosteter Traktor mit GD-Kennzeichen lieber gezeigt, als ein modernes Hybridfahrzeug mit AA-Kennzeichen.
Und der kürzlich gedruckte Aufkleber des Einhornverlages ist zwar ein nettes Giveaway, mehr aber auch nicht.

Lieber sollten wir das GD doch als Teil einer Marke nützen, um uns als Stadt eine Identifikation zu schaffen, ein Alleinstellungsmerkmal, dass unsere Stadt einzigartig macht. Viele Namen hat diese Stadt ja schon, wie mein geschätzter Fraktionskollege Elmar Hägele in einer Haushaltsrede vor ein paar Jahren schon erwähnte: Schulstadt, Gesundheitsstadt, Gold- und Silberstadt, Designstadt….aber es gibt in Deutschland auch weitere Städte, die das von sich behaupten.

Wir sollten nicht mit GD zurück schauen und weiterhin nostalgisch denken, sondern nach vorne schauen.

So kommunizieren wir keinen Aufbruch in die Moderne, den wir angesichts der bevorstehenden Landesgartenschau 2014 unbedingt brauchen.

Ergänzung 06.07.2010

Initiative „pro GD“ gegründet

Lieber Thomas Hilsberg,

das ist jetzt doch nicht dein Ernst, lieber Gemeinderatskollege. Was soll denn das gewünschte Ergenis der Initiative sein?
Neue Nummernschilder, glücklichere BürgerInnen und Schwäbisch Gmünd ist gerettet??
Bitte aufwachen nicht nur träumen! Nehmt die Energie doch für ein Engagement für die Landesgartenschau, den Tunnelfilter oder das Stadtjubiläum.

Herzliche Grüße
Lavinia

2 Kommentare zu “Das GD-Kennzeichen und Kommunikation Part II”

  1. Lavinia sagt:

    Ich hab mal Kommentare aus meinem facebook-post hierher kopiert:

    Frank Behrend:
    Hallo Lavinia, ich denke schon, daß eine Mehrheit das vermeintlich “alte” Kennzeichen wieder möchte, wenn auch die 82% vielleicht nicht repräsentativ sind. Leider macht sich wohl offensichtlich niemand die Mühe, die Motive für den Wunsch zu hinterfragen. Genauso wenig, wie die vielen zur Zeit mit Deutschlandfahnen dekorierten Autos ein Ausdruck für ein neu aufkommendes nationalistisches Gedankengut sind, bedeutet eine Autonummer GD-XY 123, daß die Gmünder zurück in die Vergangenheit wollen – auch wenn die zum Teil erschreckend simpel gestrickte Jounaille uns das gerne weismachen möchte. Es geht in beiden Fällen um die (wiedergefundene?) eigene Identität und den Wunsch, diese auch zum Ausdruck zu bringen. Und selbst wenn´s etwas kosten sollte (was ich bezweifle, da AA und GD für den Computer jeweils zwei Bytes sind und sonst nichts) – es wird sicher für weit sinnlosere Dinge als für ein Zusammengehörigkeitsgefühl Geld ausgegeben ;-)

    Lavinia Steiner:
    @Frank Gerne darfst das auch auf meiner Page kommentieren. :)
    Die Motive daf… Mehr anzeigenür sind in der Studie, soweit ich es im Kopf habe, auch beachtet worden. Natürlich darf jedeR träumen und schwelgen, aber bitte auch wieder aufwachen, das Träumen will ich doch niemandem verwehren.

    Es geht mir um etwas anderes, nämlich darum, wie wir diese Stadt im Marketing voran bringen. Eine aufrichtige Diskussion zum Kennzeichen GD oder AA unter allen Aspekten (Kosten neuer zusätzlicher Kreisverwaltung, jedes Auto ein neues Nummernschild (etwas teurer als der “Feinstaubbäbber”, bei dem alle schon geflucht haben) und so weiter) ist sehr zeitintensiv – Zeit, die diese Stadt nicht mehr hat. Außerdem bringt ein altes Nummernschild keine Neuansiedelung von Unternehmen, EinwohnerInnen und mehr Qualität.

    GD als Marke erhalten und gerne daran erinnert werden, dass es dieses tolle Kennzeichen einmal gab, ist super, aber bitte weiterdenken und nicht klammern. :D

  2. Peter Nagel sagt:

    Hallo!
    GD als Marke und als Kennzeichen sind zwei Seiten derselben Medaille. In Hanau hat das Einführen von zwei Kennzeichen im selben Kreis laut Auskunft der dortigen Kreisverwaltung nichts gekostet. Es besteht auch keine Umtauschpflicht für Altkennzeichen. GD ist kein altes Nummernschild, sondern in die Zukunft gerichtet als Ausdruck unseres neuen Selbstbewusstseins – auch als Kennzeichen! Wir sollten aufhören, uns unter Wert zu verkaufen.

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